Symptome

Symptome nach belastenden Ereignissen

Grundsätzlich für traumatischen Stress gilt  – und das ist sehr wichtig:

Alle Reaktionen sind normale Reaktionen auf ein unnormales Ereignis!

Da die Erfahrungen jedes Menschen einzigartig sind, ist es schwierig, eine Liste aller Traumasymptome zusammenstellen, die auf jede betroffene Person zutreffen. Doch gibt es Symptome, die das Bestehen einer Stressbelastung anzeigen und bei den meisten Traumatisierten zu finden sind.

In unserem Diagnosesystem werden zwei Formen unterschieden: Die akute Belastungsreaktion und die Posttraumatische Belastungsstörung.

Unmittelbare Reaktionen auf belastende Ereignisse:

Physische Reaktionen: – Körper –

  • Zittern
  • Ungewöhnlich starke Erregung
  • Kontraktion
  • Schwitzen
  • Frieren/Schüttelfrost
  • Erschöpfung
  • Übelkeit
  • Magenbeschwerden
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Erhöhter Blutdruck
  • Brustschmerzen
  • Schwindel
  • Atemnot
  • Unruhe (Hypervigilanz)

Emotionale Reaktionen: – Gefühl –

  • Angst/Furcht
  • Hilflosigkeit/Orientierungsverlust
  • Niedergeschlagenheit
  • Hoffnungslosigkeit/Verzweiflung
  • Emotionale Taubheit
  • Interesselosigkeit
  • Gereiztheit / Aggression
  • Zornausbrüche/Ärgerlichkeit
  • Erschöpfung
  • Überforderungsgefühle

Kognitive Reaktionen: – Verstand –

  • Sprachschwierigkeiten
  • Gedächtnisverlust (Amnesie)
  • Entscheidungsschwierigkeiten
  • Problemlösungsschwierigkeiten
  • Konzentrationsprobleme
  • Eingeengte Wahrnehmungsbreite
  • Rechenschwierigkeiten
  • Derealisation
  • Depersonalisation
  • Dissoziation (einschließlich Leugnen)

Veränderungen des gewohnten Verhaltens: – Handlungen –

  • Sich zurückziehen
  • Besonders still sein – viel reden
  • Appetitlosigkeit – unmäßiges Essen
  • Veränderter Konsum von Alkohol, Nikotin, Koffein, Medikamenten, Drogen (,,Selbst-medikation“)
  • Nicht zur Ruhe kommen
  • Schnelles/zielloses Herumlaufen

Spätere Reaktionen auf Belastende Ereignisse:

  • Sich aufdrängende Wiedererinnerungen (Intrusionen / Flashbacks): Bilder, Gerüche, Geräusche, Taktile Eindrücke, Alpträume
  • Übertriebene emotionale Reaktionen und Schreckreaktionen: Aprupte Stimmungschwankungen wie Wut- und Schamreaktionen
  • Vermeidungsverhalten (-> Angst) bezogen auf: Orte, Menschen,Tätigkeiten, Gespräche, Gedanken, Gefühle
  • Erhöhter Erregungszustand -> Angst: Schlafstörungen, Reizbarkeit, verringerte Stresstoleranz, Konzentrationsstörungen, Überwachheit, Ruhelosigkeit, Hypervigilanz (ständiges-auf-der-Hut-sein)
  • verändertes Ess- und Trinkverhalten
  • Veränderungen im sozialen Verhalten: Soziale / berufliche Schwierigkeiten, sozialer Rückzug, Schwierigkeiten um Hilfe zu Bitten

Wie Menschen auf traumatische Ereignisse reagieren, hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Art und stärke des Erlebnisses, von der Situation des Geschehens und von den persönlichen Ressourcen, über die der Betroffene zu jenem Zeitpunkt verfügt.

Betroffene zögern oftmals über das traumatische Ereignis zu sprechen. Vermutlich gibt es daher eine hohe Dunkelziffer.

Bei chronifizierten Formen finden sich häufig auch Depressionen, Alkohol Drogenmißbrauch – diese überlagern oft derart das Trauma, daß die Diagnose nicht gestellt wird. Oftmals ist die ursprüngliche Situation auch dem Betroffenen verloren gegangen.